
Balance ist ein zentrales Prinzip im Yoga: der Punkt, an dem Anstrengung und Leichtigkeit, Bewegung und Ruhe, Yin und Yang sowie Geben und Nehmen zusammenkommen. Doch heute verlangt auch eine andere Form von Ausgeglichenheit unsere Aufmerksamkeit — nämlich die Frage, wie sich eine regelmäßige Praxis zu Hause mit der Rückkehr ins Studio verbinden lässt.
Viele Schüler:innen möchten eine konstante und zugleich bezahlbare Yogapraxis beibehalten, ohne dabei das Gefühl für einen normalen Alltag zu verlieren. Wie findet man den passenden Rhythmus zwischen der Online- und der Offline-Welt?
Yoga lebt von Beständigkeit: auftauchen, präsent sein, weiterlernen. In den vergangenen Monaten musste genau diese Kontinuität ohne die vertraute Struktur der Studiowände entstehen. Gleichzeitig haben Live- und Vorab-aufgezeichnete Klassen die regelmäßige Praxis so zugänglich gemacht wie selten zuvor. Vielleicht haben auch Sie zu Hause einen kleinen, bedeutsamen Ort geschaffen, der sich wie ein persönlicher Rückzugsraum anfühlt.
Es ist schön zu sehen, wie Yogaräume mit Katzen, Hunden, Kindern und Partner:innen geteilt werden — manchmal sogar mit Familienmitgliedern, denen die Idee zunächst fremd war. Viele haben die Freiheit entdeckt, Neues auszuprobieren, ohne sich mit anderen messen zu müssen, oder sich auszuruhen, wenn der Körper es verlangt. Es kann sehr wohltuend sein, nach einer Slow Class direkt ins Bett zu gehen oder in der Stille der eigenen vier Wände zu praktizieren. Solche Momente können zu gesunden Ritualen werden, zu Samskaras, die uns tragen, während sich das Leben weiter verändert.
Natürlich bringt die Praxis zu Hause auch Herausforderungen mit sich. Ablenkungen können lauter wirken als je zuvor — vom Haushalt, der erledigt werden will, bis zu den Büchern im Regal, die plötzlich nach Aufmerksamkeit verlangen. Und vielleicht ist der größte Unterschied das Fehlen anderer Körper im Raum, deren Energie einen mitnehmen kann, wenn die eigene nachlässt.
Genau deshalb empfinden viele das Studio als so wertvoll. Es ist mit Sorgfalt und Absicht für einen einzigen Zweck gestaltet: die eigene Praxis zu vertiefen. Kein Durcheinander, kein Wäscheberg, keine To-do-Liste, die um Aufmerksamkeit konkurriert. Schon der Weg zum Unterricht hilft, sich mental einzustimmen, und die Zeit nach der Klasse gibt Raum, bevor der restliche Tag beginnt.
Im Studio gibt es keine Handys, Fernseher, Kinder, Partner:innen oder Tiere, die den Fokus von dem ablenken, was Sie spüren und wahrnehmen. Die Praxis wird unmittelbarer, getragen von der Live-Präsenz einer Lehrkraft, deren Hinweise sich über einen Bildschirm nicht immer gleich vermitteln lassen. Und natürlich die Wärme — wie viele von uns haben die Wärme vermisst!
Wir wissen, dass die Rückkehr ins Studio mehr Einsatz erfordern kann und manchmal auch andere Prioritäten nötig macht. Genau dieser Schritt unterstützt jedoch oft dabei, weiterhin gut für sich zu sorgen — auf eine Weise, die Geborgenheit und Entwicklung zugleich ermöglicht. Er erinnert uns auch daran, mit den Veränderungen der Zeit zu gehen und anzunehmen, dass Wandel zu den wenigen Konstanten im Leben gehört.
Die Frage bleibt also: Könnte es mehr Balance zwischen Yoga im Studio und Yoga zu Hause geben?
So beschreibt ein wunderbarer LANO-Schüler, Jason, seinen Weg mit der Praxis:
„Es ist kaum zu glauben, dass seit der Verkündung des Lockdowns fast sechs Monate vergangen sind. Davor habe ich drei Studio-Klassen pro Woche besucht, sodass LANO zu einem wichtigen Teil meiner wöchentlichen Routine geworden war. Nach dem Lockdown haben mir die Online-Sessions nicht nur großartige Klassen geboten, sondern auch ein Gefühl von Gemeinschaft und Verbundenheit. Ich genieße weiterhin die Vielfalt des Yoga, die mir die Online-Klassen eröffnen, habe das Studio aber sehr vermisst und war begeistert, als die E-Mail kam, dass die Live-Klassen wieder starten.
Der Schutz aller muss unsere Priorität sein, und das LANO-Team hat Maßnahmen umgesetzt, um alles so sicher wie möglich zu gestalten. Ich plane meine Ankunft so, dass ich etwa 10 Minuten vor Klassenbeginn im Studio bin und bereits umgezogen, damit ich direkt hineingehen kann. Nach der Temperaturkontrolle geht es schuhfrei über das Einbahnsystem in den Raum. Die beiden Räume in Southsea wurden inzwischen zu einem großen Raum zusammengelegt, und auf dem Boden ist klar markiert, dass die Matten mit ausreichend Abstand liegen.
Ich gebe gern zu, dass ich vor meiner ersten Studio-Klasse etwas nervös war, aber ich wurde schnell beruhigt, weil alles so sicher wie möglich organisiert ist. Ich freue mich nun darauf, einmal pro Woche wieder im Studio zu sein und zusätzlich Online-Klassen zu besuchen. Danke an das LANO-Team für alles, was ihr tut, und an alle, die ihre Praxis teilen — im Studio oder online.“
Und für manche darf die Balance auch anders aussehen. Wenn die Zeit knapp ist und Sie nicht zum Unterricht kommen können, rollen Sie Ihre Matte einfach bei der Arbeit aus, suchen Sie sich eine ruhige Ecke und nehmen Sie online teil. Oder laden Sie nächste Woche statt eines Mittagessens außer Haus eine Freundin ins Studio ein und genießen Sie danach gemeinsam einen Kaffee.